· 

18:13 Sieg gegen Kleinostheim

Zum Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde haben die RED DEVILS Heilbronn ihren Auswärtskampf beim SC Kleinostheim mit 18:13 gewonnen und ihren ersten Platz der Nordwest-Staffel verteidigt. Im Viertelfinale trifft das Team von Headcoach Andrei Puscas nun auf den Südwest-Dritten ASV Urloffen. Bereits am kommenden Samstag (22.12.) steht der Auswärtskampf in der Ortenau an, der Rückkampf steigt dann am 29.12. in der Römerhalle.

Um die Nordwest-Meisterschaft vollends unter Dach und Fach zu bringen, hatten die RED DEVILS alle Hände voll zu tun. Schon eine Dreiviertelstunde vor Kampfbeginn war das Trainerteam zum Improvisieren gezwungen, da Stefan Kehrer durch eine Autobahn-Vollsperrung auf der A5 nicht rechtzeitig zum Wiegen gekommen war. Marius Braun, der eigentlich nur als Zuschauer mit nach Kleinostheim gekommen war, stellte sich kurzfristig in den Dienst der Mannschaft und ließ sich stilartfremd mit nur 86,6 Kilogramm Körpergewicht in der Freistil-Klasse bis 130 Kilogramm aufstellen.

Nachdem Florin Tita gegen Erik Tangel bereits nach 44 Sekunden ein Schultersieg gelungen war, stemmte sich Marius Braun im zweiten Kampf des Abends gegen den 13 Kilogramm schwereren Kevin Schwäbe, musste sich aber nach 2:12 Minuten mit 0:16 geschlagen geben. Schnell ging es auch im Freistil bis 61 Kilogramm. Youngster Andreas Kehl bekam es bei seinem Bundesliga-Debut mit dem Rumänen Ioan Raul Donu zu tun, der nach 1:07 Minuten technisch überlegen gewann und die Gastgeber mit 8:4 in Führung brachte.

Erstmals kam dann für die RED DEVILS auch der Pole Marcel Kasperek zum Einsatz. Der 98-Kilogramm-Mann biss sich an Felix Radinger die Zähne aus und musste eine 1:5-Niederlage einstecken, wodurch Kleinostheim die Führung auf 10:4 ausbauen konnte.

Einen sehr hitzigen Kampf bekamen die rund 600 Zuschauer direkt vor der Pause zu sehen. Beim Duell von Dustin Scherf gegen Benjamin Hofmann kochten nicht nur einmal die Emotionen über. Nach einer 4er-Wertung nach etwas mehr als zwei Minuten hatte Hofmann das Zepter in der Hand, und immer wenn Scherf drauf und dran war, das Geschehen zu kontrollieren, konnte der Kleinostheimer erneut punkten. Selbst als sich Benjamin Hofmann verletzt hatte, hielt er den wütenden Angriffen von Dustin Scherf stand und konnte den Kampf mit 11:7 gewinnen.

Beim Stand von 12:4 für Kleinostheim ging es in die Pause, und im Lager der RED DEVILS begann das große Rechnen, ob es trotz des Rückstandes noch zu einem Sieg reichen könnte. Friev, Fetzer, Eisele, Stäbler, Motsalin – mit diesen Namen auf dem Zettel konnte man doch noch recht guter Dinge in die zweite Hälfte gehen.

Taimuraz Friev tat dann auch genau das, was die Männer mit dem Rechenschieber von ihm erwarteten: Er holte gegen Plodek nach 5:52 Minuten vier Punkte zum 12:8. Sehr knapp ging es im Kampf von Christian Fetzer gegen Can Özgün her. Die beiden Greco-Spezialisten mussten im Freistil gegeneinander antreten und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, den Özgün letztendlich mit 4:3 für sich entscheiden konnte.

Dass der neue Zwischenstand von 13:8 nur eine Momentaufnahme war, dafür sorgte Pascal Eisele. Der Europameister von 2016 brauchte 2:22 Minuten, um gegen Kevin Müller vier Punkte zum 13:12 zu holen.

Was dann kam, war allein schon die Fahrt ins 150 Kilometer entfernte Kleinostheim und die 15 Euro Eintritt wert – denn einmal mehr schrieb Frank Stäbler im Kampf gegen Aleksandar Maksimovic Geschichte. Der Kampf hatte noch nicht richtig begonnen, da lag der Weltmeister bereits unter dem Serben begraben auf dem Bauch, gefolgt von einem Stakkato an Durchdrehern. Ehe „Franky“ wusste, wie ihm geschah, lag er nach 37 Sekunden bereits mit 0:12 zurück und stand am Rande einer Niederlage. Doch der 29-Jährige stellte einmal mehr unter Beweis, weshalb er zurecht drei Weltmeistertitel in Folge holen konnte. Mit seinem unbändigen Willen machte er, angestachelt von dem tobenden Publikum, das Maksimovic frenetisch anfeuerte, Punkt um Punkt wett. Spätestens als er nach 2:23 Minuten aus einem 2:14 das 4:14 gemacht hatte, startete Frank Stäbler eine Aufholjagd, die ihresgleichen sucht. Nach 4:53 Minuten hatte er sich bis auf einen Punkt herangekämpft, nach 5:12 übernahm er erstmals die Führung und nach 5:25 machte er mit der Wertung zum 17:14 den Sieg perfekt – sein 49. Sieg in Folge, mit dem er sein Team gleichzeitig auch erstmals an diesem Abend in Führung brachte.

Damit war auch der Sieg der RED DEVILS perfekt, denn Oleg Motsalin bekam es im letzten Kampf des Abends – wie auch schon vor einer Woche gegen Aachen-Walheim – mit einem eigentlich verletzten Gegner zu tun, der sich ohne Gegenwehr seinem Schicksal ergab und Motsalin die vier Punkte zum 18:13-Sieg der RED DEVILS schenkte.

Anschließend fieberte man im Heilbronner Lager der Auslosung für das Viertelfinale entgegen und verfolgte am Tablet den Livestream auf der Facebook-Seite des ASV Urloffen. Dass die Losfee den RED DEVILS dann eben diesen ASV Urloffen als Gegner zuloste, sorgte bei den Verantwortlichen für Erleichterung, hätte man doch unter Umständen auch den Vorjahres-Finalisten KSV Köllerbach als Gegner erwischen können. „Wenn alles gut geht, sollten wir gegen Urloffen relativ souverän gewinnen können. Natürlich werden wir den Gegner nicht unterschätzen, aber es sollte mit diesem Los möglich sein, das Halbfinale zu erreichen“, sagte Headcoach Andrei Puscas nach der Auslosung. Im Halbfinale könnte es dann zum dritten Mal in dieser Saison zum Duell gegen den ASV Mainz 88 kommen, der gegen den SV Hallbergmoos antreten muss.

Bereits am kommenden Samstag treten die RED DEVILS in Urloffen an, ehe dann nach den Weihnachtsfeiertagen am 29. Dezember der Viertelfinal-Heimkampf in der Römerhalle stattfinden wird.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0